Priorisierung von Klimaaktivitäten in den Alpen auf der 74. Sitzung des Ständigen Ausschusses

Der Höhepunkt der 74. Sitzung des Ständigen Ausschusses der Alpenkonferenz am 9. März war eine Diskussion über Klimaaktivitäten in den Alpen. Nach einem Bericht des Schweizer Vorsitzes zu seinem Programm und seinen Schwerpunkten stellten der Alpine Klimabeirat, Deutschland und die Schweiz sowie die Beobachterorganisationen Allianz in den Alpen und Alpenstadt des Jahres einige laufende Projekte im Bereich des Klimaschutzes vor.

Das Klima ist der rote Faden des Schweizer Vorsitzes der Alpenkonvention 2021-2022. Die laufende Umsetzung eines Fünf-Punkte-Plans mit konkreten Klimaprojekten und -initiativen steht im Zentrum des Präsidentschaftsprogramms.

Die klimabezogenen Aktivitäten der Alpenkonvention sind im Alpinen Klimabeirat (ACB) gebündelt, einer alpinen Plattform für Expertendiskussionen und den Austausch über den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel in den Alpen. Während der Sitzung des Ständigen Ausschusses stellte der Vorsitzende des ACB die laufende Arbeit der Gruppe, ihre Prioritäten und die Zusammenarbeit mit anderen thematischen Arbeitsgremien der Alpenkonvention vor.

Die Schweiz gab einen Überblick über die sechste Ausgabe des Architekturwettbewerbs Constructive Alps, den sie gemeinsam mit dem Fürstentum Liechtenstein ausschreibt. Der Wettbewerb prämiert Renovierungen und Neubauten in den Alpen, die in ökologischer, ökonomischer, sozialer und ästhetischer Hinsicht herausragende Leistungen erbringen. Für den Wettbewerb wurden über 230 Bewerbungen eingereicht, von denen 31 im Hinblick auf die Preisverleihung gegen Ende des Jahres in die engere Wahl gekommen sind.

Ein weiteres Projekt im Bereich der nachhaltigen Infrastruktur ist der ClimaHost-Award, den Deutschland vergibt. Die zweite Auflage wurde letztes Jahr ins Leben gerufen und richtet sich an Beherbergungsbetriebe, die sich für den Klimaschutz und das Energiesparen engagieren. Obwohl die Tourismusbranche von der Pandemie stark betroffen ist, haben sich Hotels, Jugendherbergen, Gasthöfe, Pensionen und Berghütten aus den meisten Alpenländern beworben. Die Preisverleihung ist ebenfalls noch für dieses Jahr vorgesehen.

Allianz in den Alpen stellte dem Ständigen Ausschuss ihr Projekt „KlimaFit" vor, dessen Ziel es ist, einen „lokalen Entwicklungskompass" zu entwickeln, um Gemeinden bei der nachhaltigen Entwicklungsplanung zu unterstützen. Das Projekt baut auf dem sozialen Planungsinstrument aus dem Interreg-Alpenraumprojekt PlurAlps auf, um die Themen Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel sowie Biodiversität und Landschaft abzudecken und sich auf die Kompetenzen der kommunalen Ebene in Deutschland zu konzentrieren. Es wird von Deutschland finanziert und endet im März 2022.

Der Verein Alpenstadt des Jahres gab weitere Einblicke in seine Pilotaktion im Rahmen der europäischen Territorialen Agenda mit dem Titel „Climate Action in Alpine Towns", die darauf abzielt, die räumliche Entwicklung in den Alpenstädten besser mit Klimafragen zu verbinden. Das Projekt konzentriert sich auf die Bürgerbeteiligung an laufenden Planungsprozessen im Bereich der Anpassung an den Klimawandel und dessen Abschwächung und wurde anhand von Aktivitäten in Idrija/SI, Sonthofen/DE und Chambéry/FR veranschaulicht.

In der anschließenden Diskussion wurde die Notwendigkeit von Synergien zwischen den verschiedenen Aktivitäten und Gremien der Alpenkonvention betont. Daran schloss sich eine Diskussion über den Stand der Vorbereitung des Mehrjährigen Arbeitsprogramms (MAP) 2023-2030 an. Die vorgesehenen sektorübergreifenden Schwerpunktthemen des MAP werden "Klimawandel", "Lebensqualität" sowie "Biodiversität und Ökosysteme" sein. Diese Themen schließen sich nicht aus und werden ganzheitlich angegangen. Alle Gremien und Aktivitäten der Alpenkonvention in anderen Sektoren werden dazu beitragen, die Ziele der Schwerpunktbereiche zu erreichen. Die slowenische Delegation, die nach der Schweiz den Vorsitz der Alpenkonvention übernehmen wird, gab einen spezifischen Beitrag zum Umgang mit dem Thema Lebensqualität in den Alpen.

Die Präsidentschaft berichtete auch über den Stand der Simplon-Allianz, einem Aktionsplan für die Dekarbonisierung des Verkehrs in den Alpen, der von den Umwelt- und Verkehrsministern der Alpenländer auf einer gemeinsamen Sitzung im Januar diskutiert wurde.

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