Partner

Die Alpenkonvention hat mehrere Partner auf verschiedenen Ebenen.
Mit einigen wurden Absichtserklärungen (Memoranda of Understanding) geschlossen, um die gegenseitige Zusammenarbeit besser zu strukturieren.

Das Jugendparlament der Alpenkonvention (YPAC) bringt junge Menschen im Alter zwischen 16 und 19, aus verschiedenen Regionen der Alpenstaaten zusammen –. Sie treffen sich und agieren wie ein reguläres Parlament und diskutieren aktuelle Themen in Bezug auf die Alpen. Das YPAC zielt darauf ab, Einblicke in parlamentarische Strukturen sowie dringende Alpen-Fragen wie Bodenschutz (2018), Klimawandel (2019) oder die Ziele nachhaltiger Entwicklung (2020) zu geben. Ferner stellt es eine Plattform für Wissensaustausch und Networking unter jungen Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen dar.

Das YPAC nahm als Delegation an der XV. Alpenkonferenz 2019 teil. Vor der Konferenz hatten sie die Möglichkeit, die höchsten RepräsentantInnen der Alpenkonferenz zu treffen.

Das YPAC wurde von dem Akademischen Gymnasium Innsbruck (AT) und der Alpenkonvention gegründet. Die erste Sitzung fand 2006 in Innsbruck statt. Jedes Jahr ist eine andere teilnehmende Schule Gastgeberin des Jugendparlaments. Schulen, die am YPAC teilnehmen, sind:

  • Akademisches Gymnasium Innsbruck (Österreich)

  • Gymnasium Sonthofen (Deutschland)

  • Karolinen Gymnasium Rosenheim (Deutschland)

  • Lycée Frison Roche de Chamonix (Frankreich)

  • Fachoberschule für Tourismus und Biotechnologie »Marie Curie« Meran (Italien)

  • Liceo G. B. Brocchi - Bassano del Grappa (Italien)

  • Gimnazija in srednja šola Rudolfa Maistra Kamnik (Slowenien)

  • II. gimnazija Maribor (Slowenien)

  • Liechtensteinisches Gymnasium Vaduz (Liechtenstein)

  • Kantonsschule Trogen (Schweiz)

Trotz ihrer geografischen Vielfalt weisen Bergregionen weltweit auch große Ähnlichkeiten in ihren Herausforderungen auf. Daher arbeitet die Alpenkonvention mit mehreren Partnern auf der ganzen Welt zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und das Bewusstsein für die Besonderheiten der Berggebiete zu schärfen. Diese transkontinentale Zusammenarbeit trägt zum Ziel bei, eine ausgewogene und nachhaltige Entwicklung der Berggebiete zu gewährleisten. Im Folgenden wird die internationale Dimension der Alpenkonvention kurz skizziert.

Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) 
Im Rahmen der UNFCCC hat die Alpenkonvention bewusstseinsfördernde Aktivitäten in Bezug auf die Auswirkungen des Klimawandels in Berggebieten unternommen. Im Jahr 2011 fand anlässlich der 17. Konferenz der Vertragsparteien in Durban (Südafrika) die erste Veranstaltung namens „Mountain Day“ statt, die zweite Veranstaltung wurde im Jahr 2012 im Zuge der 18. Konferenz der Vertragsparteien in Doha durchgeführt. An der eintägigen Nebenveranstaltung nahmen viele Vertreter von Organisationen teil, die mit der nachhaltigen Entwicklung von Bergregionen zu tun haben. Das Ständige Sekretariat der Alpenkonvention hat an beiden Veranstaltungen aktiv teilgenommen.

Mountain Partnership 
Mountain Partnership wurde als “Partnership type-2” im Rahmen des Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg (WSSD) gegründet. Der freiwillige Zusammenschluss stellt eine Plattform für die Kooperation aller Staaten, Organisationen und NGOs dar, welche sich für den nachhaltigen Schutz von Gebirgsregionen interessieren. Die Rechtsgrundlage für die Einrichtung ist Artikel 13 der Agenda 21 und Artikel 42 des Aktionsplans. Die Mitglieder von „Mountain Partnership“ sind derzeit 50 Regierungen, 16 zwischenstaatliche Organisationen und 143 Gruppen (z.B. Zivilgesellschaft, NGOs und der private Sektor) und die Alpenkonvention. Das Sekretariat wurde bei der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in Rom (IT) eingerichtet.

Das Ständige Sekretariat der Alpenkonvention feiert jedes Jahr am 11. Dezember den Internationalen Tag der Berge mit dem kulturell-literarischen Festival "Berge lesen".

Das Übereinkommen über die biologische Vielfalt
Im Jahr 2018 feierte das Übereinkommen über die biologische Vielfalt, 25 Jahre "Schutz des Lebens auf der Erde". Das Übereinkommen fördert die Natur und das menschliche Wohlbefinden und ist nach den folgenden drei Hauptzielen gegliedert:

  1. Erhaltung der Biodiversität;
  2. nachhaltige Nutzung der Komponenten der biologischen Vielfalt;
  3. faire und gerechte Aufteilung der Vorteile, die sich aus der Nutzung genetischer Ressourcen ergeben.

In Anbetracht der Wichtigkeit von Bergregionen hinsichtlich Biodiversität und wegen des Protokolls Naturschutz und Landschaftspflege wurde am 29. Mai 2008 in Bonn (DE) ein Memorandum of Cooperation zwischen dem Übereinkommen, der Alpenkonvention und der Karpatenkonvention unterzeichnet um den Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den Parteien zu erleichtern und ihre Zusammenarbeit bei der Umsetzung des Übereinkommens und des Arbeitsprogramms zur Bergbiodiversität zu formalisieren.

Europäische Umweltagentur

2012 wurde ein Partnerschaftsabkommen zwischen der Europäischen Umweltagentur (EEA) und dem Ständigen Sekretariat der Alpenkonvention unterzeichnet. In den folgenden Jahren wurden die Hauptbereiche gemeinsamer Interessen identifiziert und die praktische Zusammenarbeit wurde weiter ausgearbeitet. Eine enge Kooperation wird auf den Gebieten der Datensammlung und des Daten-Teilens, sowie bei Beiträgen zu Publikationen, Networking und bei der Verbreitung von Aktivitäten verfolgt. Letzteres zielt auf die Förderung desen Austauschs zwischen europäischen transnationalen Regionen und Bergkonventionen bezüglich Umweltbeobachtung und Information. In diesem Sinne sammelt und harmonisiert die EEA nationale Daten. Dabei wird sie vom EIONET network (Europäisches Umweltinformations- und Umweltbeobachtungsnetz) unterstützt.

Das Ständige Sekretariat der Alpenkonvention ist aktiv in der Clima Adaptation Platform „Climate-ADAPT“ (Plattform für Klimawandelanpassung) involviert, welche von der EEA verwaltet wird. Die vielfältigen gemeinsamen Themen mit Fokus auf dem Klimawandel und der Bedarf Daten zu teilen machen die Zusammenarbeit zwischen EEA und EIONET besonders wichtig.

Die Alpenkonvention ist das erste internationale Abkommen zum Schutz eines Berggebietes. Viele Themen,  die in der Alpenkonvention behandelt wurden sind auch für andere Bergebiete interessant. Aus diesem Grund beinhalten die Aktivitäten der Alpenkonvention einen „externen Aspekt“, der die Form einer direkten oder indirekten Unterstützung oder einer Kooperation mit relevanten Körperschaften in anderen Berggebieten haben kann. Die Zusammenarbeit bzw. Unterstützung führt zu einem gewinnbringenden weltweitem Austausch von Erfahrungen und zum Aufbau einer globalen Plattform, welche die Interessen von Bergregionen repräsentiert.

Nachstehend wird die Zusammenarbeit der Alpenkonvention mit anderen Bergebieten in der Welt kurz vorgestellt.

Karpatenkonvention 
Die Rahmenkonvention für den Schutz und die nachhaltige Entwicklung der Karpaten (Karpatenkonvention) wurde 2003 von der Tschechischen Republik, Ungarn, Polen, Rumänien, Serbien, Ukraine sowie der Slowakischen Republik unterzeichnet und ist im Jahr 2006 in Kraft getreten. Ähnlich wie die Alpenkonvention besteht sie aus einer Rahmenkonvention und thematischen Protokollen (für Biodiversität, Waldbewirtschaftung und Tourismus). Die Verhandlungen für die Karpatenkonvention wurden von dem Regionalbüro für Europa (ROE) – Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) initiiert, auf dessen Sitz ist auch das vorläufige Sekretariat der Konvention eingerichtet.

Nachdem die „Alpen-Karpaten-Partnerschaft“ im internationalen Jahr der Berge 2002 gegründet wurde, haben die Staaten der Alpenkonvention (insbesondere Italien und Österreich) aktiv zum Aufbau der Karpatenkonvention beigetragen. Am 13. Dezember 2006 unterzeichneten die Vorsitze und Sekretariate der Alpen- und Karpatenkonvention eine gemeinsame Absichtserklärung (Memorandum of Understanding). Die Kooperation zwischen den beiden Konventionen, im Speziellen zwischen den jeweiligen Sekretariaten, ist intensiv und wertvoll – u.a. auch im Hinblick auf die Einsparung von Ressourcen bei allfälligen, gegenseitigen Vertretungen an externen Treffen.

Erklärung der dinarischen Staaten 
Auf Initiative von Italien wurde an der Alpenkonferenz 2006 bekannt gegeben, dass die westlichen Balkanstaaten ein Gebiet mit „vorrangiger Bedeutung für eine Kooperation“ mit der Alpenkonvention sind. Unter der Slowenischen Präsidentschaft im Jahr 2009 wurden Bemühungen für die Erarbeitung einer gemeinsamen Erklärung gestartet. 

Eine gemeinsame Erklärung der dinarischen Staaten („zur nachhaltigen Entwicklung der dinarischen Gebirgsregion“) wurde 2010 ausgehandelt und am 9. März 2011 von den Ministern oder ranghohen Vertretern von Albanien, Kroatien, Mazedonien, Kosovo, Montenegro und Slowenien am Rande der 11. Alpenkonferenz anerkannt. Die Erklärung soll den Weg für eine künftige internationale Rechtsvereinbarung – ähnlich der Alpen- und Karpatenkonvention – bereiten.

Pyrenäen 
Die Pyrenäen – in den drei Staaten Frankreich, Spanien und Andorra gelegen – repräsentieren eine bedeutende Landschaft mit hoher Biodiversität. Die Pyrenäische Beobachtungsstelle für Klimawandel wurde zur Klimaentwicklungs-Forschung in den Pyrenäen von der Arbeitsgruppe der Pyrenäen im Jahr 2010 eingerichtet. Die Auswirkungen des Klimawandels sollen reduziert und Anpassungsstrategien für sozial-wirtschaftliche Sektoren als auch für die natürliche Umwelt getroffen werden. Die Bildung einer Kooperation zwischen dem Ständigen Sekretariat der Alpenkonvention und der Pyrenäischen Beobachtungsstelle für Klimawandel ist im Entstehungsprozess.

Caucasus Mountain Co-operation
Der Kaukasus ist ein Gebirge zwischen zwei Meeren mit einzigartiger Geologie und Umwelt. Mit dem Ziel der Entwicklung einer geltenden Rechtsvorschrift für den Schutz der Ökosysteme des Kaukasus sind die Vertreter der Länder (Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Iran, Russland und Türkei) im Jahr 2001 zusammengetreten und haben einen Beschluss unterschrieben, welcher den Bedarf einer Rechtsvorschrift für Notwendig erachtet. 

Erste Schritte hin zu einer Kooperation in der Kaukasusregion wurden durch die Bildung von Synergien zwischen bestehenden Projekten sowie der Förderung der multilateralen Zusammenarbeit in Bezug auf bergbezogene Themen in den Regionen und anderen Gebirgen der Welt unternommen. Inspiriert von dem Gemeindenetzwerk „Allianz in den Alpen“ und unterstützt von einigen Alpenstaaten wurde das Projekt „nachhaltige Entwicklung von Bergregionen im Kaukasus“ mit dem Ziel des Entwurfes eines Entwicklungsprogramms für acht Bergdörfer gegründet.

Zentralasien 
Eine Zusammenarbeit von Bergregionen in Zentralasien wurde im Jahr 2000 mit der Errichtung des Central Asian Mountain Partnership (CAMP) in Kirgistan, Tadschikistan und Kasachstan vollzogen. Das Hauptziel des Projekts ist die Förderung der nachhaltigen Bergentwicklung um bessere Lebensbedingungen für die zum großen Teil arme Bergbevölkerung zu schaffen. In der ersten Phase arbeitete CAMP in vier Bereichen: Ressourcennutzung, Produktentwicklung und Marketing, Dorfentwicklung und politischer Dialog. Nach dem Vorbild des Gemeindenetzwerkes „Allianz in den Alpen“ begründete CAMP im Jahr 2003 die „Zentralasiatische Bergdorfallianz“ (AGOCA) mit folgenden Zielen: Interessensvertretung der Bergdörfer, verbesserte Kommunikation zwischen den Bergdörfern und Austausch von Wissen und Erfahrungen. Derzeit besteht die AGOCA aus 40 teilnehmenden Dörfern und ist eine Referenz-Organisation für die Koordinierung grenzüberschreitender Kooperationsprojekte. 

Das Ständige Sekretariat der Alpenkonvention kooperiert mit CAMP und AGOCA; einige Vertragsstaaten der Alpenkonvention finanzieren spezielle Kleinprojekte in Kirgistan, Tadschikistan und Kasachstan.

Anden 
Im Jahr 2007 wurde auf politischer Initiative von Argentinien und Peru die Andeninitiative geschaffen. Regierungsvertreter aus Argentinien, Bolivien, Kolumbien, Ecuador, Peru und Venezuela haben auf einer Konferenz in Tucumán (Argentinien) die „Tucumán Erklärung“ zur Förderung der nachhaltigen Entwicklung in Bergregionen unterzeichnet. Die Erklärung wurde an dem Ständigen Ausschuss der Alpenkonvention im Oktober 2007 präsentiert; die Alpenkonvention bestätigte die Bereitschaft für die Kooperation mit der Andeninitiative. 

Europäischer Waldprozess 
Das Ständige Sekretariat der Alpenkonvention erhielt 2009 den Beobachterstatus für den Europäischen Waldprozess und nutzte die Gelegenheit, wesentliche Inhalte beizutragen. Die Ministerkonferenz hat im Juni 2010 die Verhandlungen zur Schaffung eines rechtsverbindlichen Instruments aufgenommen, welches gegenwärtig ausgehandelt wird. An den Verhandlungen haben die speziellen waldbezogenen Protokolle der Alpen- und Karpatenkonvention wichtige Hinweise geliefert.

Infopoints


Um die Implementierung der Alpenkonvention zu unterstützen und die Nähe zum Alpenraum zu vergrößern, entschloss sich das Ständige Sekretariat der Alpenkonvention Absichtserklärungen (MoU) mit einigen lokalen Organisationen abzuschließen. Sieben Absichtserklärungen wurden bereits unterschrieben.   

Das Ziel der Erklärungen ist eine Vergrößerung der Bekanntheit der Alpenkonvention und deren Implementierung im gesamten Alpenraum – auch in Regionen die räumlich vom Ständigen Sekretariat oder den verantwortlichen Ministerien getrennt sind. Die starke Verbindung zwischen den Infopoints und dem Territorium in dem sie agieren, erleichtert die Implementierung der Ziele der Alpenkonvention, indem die Einwohner, die Verwaltung, Touristen, Institutionen und ein breiter Bereich von privaten und öffentlichen Organisationen direkt einbezogen werden. Die Rolle der Infopoints wird daher weit mehr sein als ein reiner Vermittler von Information. Sie werden im Rahmen des MoUs als wichtigstes Verbindungsglied zwischen der Alpenkonvention und dem jeweiligen Territorium agieren.   

Die Angestellten der Infopoints sind bestens ausgebildet und bereit das Wissen zu verbreiten. Sie können dabei auf eine breite Palette von Infomaterial zurückgreifen, welches sie vom Ständigen Sekretariat zur Verfügung gestellt bekommen.   

Die untenstehende Karte zeigt die bereits etablierten Infopoints im Alpenraum.

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