Wasser ist eines der zwölf Themengebiete, die in Art. 2 der Alpenkonvention aufgeführt sind. Zu diesem Thema wurde jedoch noch kein entsprechendes Protokoll verabschiedet. Beim Thema Wasserhaushalt verfolgt die Alpenkonvention das Ziel, gesunde Wassersysteme zu erhalten oder wiederherzustellen, insbesondere durch die Reinhaltung der Gewässer, durch naturnahen Wasserbau und durch eine Nutzung der Wasserkraft, die die Interessen der ansässigen Bevölkerung und das Interesse an der Erhaltung der Umwelt gleichermaßen berücksichtigt.
NEU!
1. Was ist die Plattform Wasserwirtschaft?
Nach der Ausarbeitung und Verabschiedung des zweiten Alpenzustandsberichtes zum Thema "Wasserhaushalt und Gewässerbewirtschaftung" hat die Alpenkonvention bei der X. Alpenkonferenz im März 2009 in Evian eine Plattform für wasserwirtschaftliche Themen eingerichtet. Die Plattform verfolgt die im vorgenannten Alpenzustandsbericht beschriebenen Ziele und Empfehlungen. Darüber hinaus enthält der bei der X. Alpenkonferenz in Evian verabschiedete Klimaaktionsplan der Alpenkonvention eine Reihe von wasserbezogenen Themen, wie zum Beispiel die verstärkte Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie, die Vorbeugung gegen Wassermangel und die Entwicklung von Wasserwerken unter Beachtung der Ökologie der Wasserläufe.
Konkret fordert der Aktionsplan alle Vertragsparteien der Alpenkonvention zu einem raschen und gemeinsamen Handeln auf, um die Auswirkungen des Klimawandels einzudämmen, indem insbesondere Leitlinien für die Errichtung, Optimierung oder Wiederinstandsetzung kleiner Wasserkraftwerke entwickelt werden, die die Wasserwelt und die Biodiversität schonen.
Der Plattform gehören Delegationen der Vertragsparteien sowie offizielle Beobachter der Alpenkonvention an. Die Schweiz und Österreich führen den gemeinsamen Vorsitz der Plattform bis zur XI. Alpenkonferenz im Frühjahr 2011.
Mitgliederliste
2. Ziele
Das Mandat der Plattform für die Jahre 2009-2011 sieht vor allem die Entwicklung von Leitlinien für die Wasserkraftnutzung im Alpenraum unter Berücksichtigung bestehender Gesetze, wirtschaftlicher Effizienzkriterien und ökologischer Kriterien vor. Des Weiteren soll die Plattform untersuchen, ob in den bestehenden (und nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie erstellten) Bewirtschaftungsplänen für die Einzugsgebiete alpenspezifische Fragen und Aspekte des Klimawandels ausreichend berücksichtigt werden. Und schließlich befassen sich die Mitglieder der Plattform mit Good-Practice-Beispielen im Bereich der Wasserkraftnutzung, Monitoring und laufenden Forschungsfragen.
Das Mandat der Plattform für die Jahre 2011-2012 fordert die Vertragsparteien auf, sich vor allem auf zwei Themenschwerpunkte zu konzentrieren: Sedimenttransport und Schwall-Sunk-Betrieb. Die Plattform wird dazu zwei eintägige Workshops organisieren. Ferner wird Deutschland die Durchführung der 4. Wasserkonferenz im Herbst 2012 unterstützen. (Translator's Note: Please check this sentence with respect to point C) in the Report of the Platform PC45_B12: "Finally, the platform supports Germany to organize the 4th International Conference on Water in the Alps, probably taking place in autumn/winter 2012 in Bavaria".