Karl Falkenberg
Generaldirektor, GD UMWELT, Europäische Kommission
Die Bedeutung, die dem Problem des Klimawandels zukommt, muss heute nicht mehr betont werden. Zu dem Zeitpunkt, wo dieses Editorial erscheint, bereiten sich die internationalen Organisationen und die Regierungen auf die entscheidenden Verhandlungen bei der bevorstehenden UN-Klimakonferenz in Kopenhagen vor. Trotz der Hoffnung auf ein faires globales Abkommen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen ist es angesichts der komplexen und umfangreichen Thematik schwierig, eine gemeinsame Antwort und einheitliche Lösungen zu finden. Der Klimawandel hat und wird in jeder Region unterschiedliche Folgen haben. Mit dem im März 2009 verabschiedeten Aktionsplan zum Klimawandel in den Alpen haben die Vertragsparteien der Alpenkonvention begonnen, eine gemeinsame Strategie für ein Gebiet, das extrem empfindlich auf Temperaturveränderungen reagiert, zu entwickeln. Diese Veränderungen wirken sich auf die Lebensweise der Alpenbevölkerung und ihre wirtschaftlichen Tätigkeiten aus, aber sie gefährden vor allem die Funktion und das Potenzial der Alpen als CO2-Speicher, erhöhen die Gefahr von Naturkatastrophen und stören das Gleichgewicht des Wasserkreislaufs sowie die Ökosystemleistungen der Alpen, von denen große Teile des europäischen Flachlands und seine Städte profitieren. Die Vertragsparteien der Alpenkonvention wollen die gewaltige Herausforderung des Klimawandels vorbildlich angehen.
Die Europäische Union verfolgt bereits seit Anfang der 90-er Jahre eine Politik zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen und setzt dabei auf Marktregeln und auf ein EU-weites System für den Emissionshandel. Sie hat im Kampf gegen den Klimawandel mittlerweile eine weltweite Führungsrolle übernommen. Das Grünbuch zur Anpassung an den Klimawandel (2007) trägt der Vulnerabilität der Alpen Rechnung und misst den lokalen und regionalen Behörden eine ganz wesentliche Rolle zu. Die Ziele des Aktionsplans für die Alpen sind ihrerseits komplementär zu den Zielen des Weißbuchs zur Anpassung an den Klimawandel, das im April 2009 von der EU verabschiedet wurde: Konsolidierung der Erkenntnisse, Informationsaustausch, Energie, Landwirtschaft...
Es zeichnen sich also zahlreiche Gebiete für eine Zusammenarbeit zwischen diesen beiden Organisationen ab, und zwar im Allgemeinen und auch im Konkreten, wie bei der Verbreitung von guten Praktiken in diesem Bereich.
Ich wünsche den Freunden der Alpenkonvention viel Erfolg bei der Umsetzung der Maßnahmen, die notwendig sind, um dieses gemeinsame Anliegen zu einem guten Ende zu führen.
