„Die Alpenkonvention gut dosiert" : auf dieser Website, stellen wir Ihnen Schritt für Schritt auf einfache und dynamische Weise das Wichtigste vor, was es über die Alpenkonvention zu wissen gibt. Die Dynamik kommt dadurch zustande, dass die beschriebenen Inhalte auf dieser Website - die einzelnen „Schritte“ also – regelmäßig aktualisiert und so alle wichtigen Politikbereiche für den Alpenraum behandelt werden.
Wer alles über die aktuellen, im Moment auf der Seite verfügbaren „Schritte“ wissen möchte, kann das Buch -Die Alpen-Acht Staaten, ein Gebiet- (pdf, 9 MB) herunterladen, das vom Ständigen Sekretariat der Alpenkonvention im März 2009 veröffentlicht wurde. Den im Buch enthaltenen Texten sind aussagekräftige Bilder gegenübergestellt.
1. Die Alpen
Die Alpen sind einer der größten zusammenhängenden Naturräume Europasund Lebensraum für 14 Millionen Menschen. Nach der in der Alpenkonvention getroffenen Abgrenzung umfassen die Alpen eine Fläche von 190.959 km², dies bei einer Länge von rund 1.200 und einer maximalen Breite von 300 Kilometern. Die Alpen beginnen auf Meeresniveau und reichen bis auf 4.807 Meter, den Gipfel des Mont Blanc. Acht Staaten haben Anteil an den Alpen: Österreich (28,7% der Gesamtfläche), Italien (27,2 %), Frankreich (21,4%), Schweiz (13,2%), Deutschland (5,8 %), Slowenien (3,6 %), Liechtenstein (0,08 %) und Monaco (0.001 %).
Als einzigartiger Naturraum inmitten des Kontinents bieten die Alpen rund 30.000 Tier- und 13.000 Pflanzenarten einen Lebensraum. Eine Reihe dieser Tier- und Pflanzenarten ist in ihrer Existenz bedroht, darunter auch ein Teil jener 388 Pflanzenarten, die weltweit nur in den Alpen vorkommen. Die Alpenregion ist seit Jahrtausenden von Menschen besiedelt und zeichnet sich dadurch aus, dass die von Menschhand kultivierte und urbar gemachte Landschaft bis in große Höhen hinauf reicht. Die 14 Millionen Menschen verteilen sich auf 5.867 Gemeinden, gehören einer Vielzahl an Volks- und Sprachgruppen an und repräsentieren auf vergleichsweise kleinem Raum eine kulturelle Vielfalt, die ihresgleichen sucht.
Die Alpen sind seit mehr als 150 Jahren eine der beliebtesten Tourismusregionen der Welt, wobei sich die Zahl der Touristen kontinuierlich auf über 100 Millionen im Jahr erhöht hat. Mit der Dynamisierung der wirtschaftlichen Entwicklung inner- und außeralpin sind in den letzten Jahrzehnten Probleme und neue Fragestellungen aufgetaucht, die nicht durch nationale Anstrengungen alleine gelöst werden können. Dazu zählen etwa die steigende Mobilität mit dramatischen Zuwachsraten im Personen- und Güterverkehr, die Tendenz zur Urbanisierung in vielen Alpentälern und wachsende Konflikte um die in den Alpen beschränkten Bodenreserven. Unter Druck gerieten in dieser Entwicklung aber auch die Interessen des Naturschutzes sowie die kulturelle Vielfalt und Identität der Bewohner der Alpen.
Im Kern stellen die Alpenkonvention und ihre Protokolle Instrumente zu einer nachhaltigen Entwicklung des Alpenraums dar. Die Alpenkonvention strebt wirtschaftliche Entwicklungskonzepte an, die alpenweit nach gleichen Regeln ablaufen und einen Wettbewerb verhindern, der auf Kosten der Natur und letztlich auch der Menschen erfolgt. In gemeinsamen Anstrengungen aller sollen jene Methoden gefunden werden, die mit den beschränkten Ressourcen eines Gebirgsraums am sparsamsten und nicht auf Kosten künftiger Generationen umgehen. Dazu gehört mit herausragender Bedeutung die Erhaltung der Vielfalt von Natur und Kultur. Daher steht der Gedanke des Schutzes in der Alpenkonvention nicht nur gleichberechtigt neben jenem der Entwicklung, sondern ist seine dialektische Ergänzung.